Was sind Sponsored Brands?
Sponsored Brands, frueher bekannt als Headline Search Ads, sind ein Werbeformat auf Amazon, das ausschliesslich Inhabern einer registrierten Marke zur Verfuegung steht. Anders als Sponsored Products, die einzelne Produkte in den Suchergebnissen bewerben, praesentieren Sponsored Brands deine Marke als Ganzes: Logo, individuelle Ueberschrift und eine Auswahl deiner Produkte -- alles in einer einzigen Anzeige.
Sponsored Brands erscheinen an den prominentesten Positionen auf Amazon:
- Oberhalb der Suchergebnisse -- der Platz mit der hoechsten Sichtbarkeit auf der gesamten Seite
- Innerhalb der Suchergebnisse -- zwischen den organischen Listings
- Unterhalb der Suchergebnisse -- als letzter Touchpoint vor dem Scrollen
Das Prinzip funktioniert wie bei allen Amazon-PPC-Formaten als Auktion: Du bietest auf Keywords, Amazon bewertet Relevanz und Gebot, und die Anzeige mit dem besten Gesamtscore wird angezeigt. Du zahlst nur, wenn ein Kunde tatsaechlich klickt.
Der wesentliche Unterschied zu Sponsored Products: Sponsored Brands leiten den Kunden nicht nur zu einem einzelnen Produkt, sondern koennen ihn auf deinen Amazon Brand Store fuehren. Das bedeutet, der Kunde sieht dein komplettes Sortiment in einer von dir gestalteten Umgebung -- ohne Konkurrenzprodukte auf der Seite.
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Voraussetzung: Amazon Brand Registry
Um Sponsored Brands schalten zu koennen, brauchst du zwingend eine registrierte Marke in der Amazon Brand Registry. Ohne Markenregistrierung ist dieses Werbeformat gesperrt.
Das bedeutet konkret:
- Du brauchst eine eingetragene Marke (beim DPMA, EUIPO oder einem anderen von Amazon akzeptierten Markenamt)
- Die Marke muss in der Amazon Brand Registry hinterlegt und verifiziert sein
- Du brauchst ein professionelles Verkaeuferkonto (Professional Selling Plan)
Falls du diesen Schritt noch nicht gemacht hast, findest du eine Anleitung in unserem Guide zur Amazon Brand Registry. Die Registrierung ist kostenlos und dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen.
Zusaetzlich empfehlen wir, vor der ersten Sponsored-Brands-Kampagne einen Amazon Brand Store anzulegen. Sponsored Brands koennen direkt auf deinen Store verlinken, und ein gut gestalteter Store steigert die Conversion-Rate deutlich gegenueber einer einfachen Produktliste.
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Die 3 Formate von Sponsored Brands
Amazon bietet drei verschiedene Sponsored-Brands-Formate an. Jedes hat eigene Staerken und eigene Anwendungsfaelle.
1. Product Collection
Das klassische Sponsored-Brands-Format. Du zeigst dein Markenlogo, eine individuelle Ueberschrift und bis zu drei Produkte in einer Reihe. Der Klick auf das Logo oder die Ueberschrift fuehrt zu deinem Brand Store oder einer benutzerdefinierten Landingpage. Der Klick auf ein einzelnes Produkt fuehrt direkt zur Produktseite.
Wann einsetzen: Wenn du mehrere Produkte aus einer Kategorie bewerben willst. Ideal fuer Produktgruppen wie "alle Yogamatten deiner Marke" oder "dein Top-3 Bestseller".
Tipp: Waehle Produkte mit guten Bewertungen (mindestens 4 Sterne) und konkurrenzfaehigen Preisen. Amazon zeigt Preis und Sternebewertung direkt in der Anzeige -- ein Produkt mit 3,2 Sternen schadet dem Gesamteindruck.
2. Store Spotlight
Bei Store Spotlight wirbst du nicht fuer einzelne Produkte, sondern fuer Unterseiten deines Brand Stores. Die Anzeige zeigt dein Logo, eine Ueberschrift und bis zu drei Store-Unterseiten mit individuellem Bild und Text. Der Klick fuehrt den Kunden direkt in die jeweilige Store-Kategorie.
Wann einsetzen: Wenn du ein breites Sortiment hast und den Kunden in deinen Store ziehen willst, anstatt ihn auf ein einzelnes Produkt zu schicken. Besonders effektiv fuer Marken mit mehreren Produktkategorien.
Voraussetzung: Dein Brand Store muss mindestens drei Unterseiten haben, die jeweils ein einzigartiges Produkt enthalten.
3. Video
Sponsored Brands Video zeigt ein autoplaying Video direkt in den Suchergebnissen. Das Video startet automatisch ohne Ton, sobald es in den sichtbaren Bereich scrollt. Es nimmt deutlich mehr Platz ein als eine normale Product Collection und faellt dadurch sofort auf.
Wann einsetzen: Wenn du ein erklaerungsbeduerftiges Produkt hast oder dein Produkt in Aktion zeigen willst. Videos erzielen in der Regel die hoechsten Klickraten aller Sponsored-Brands-Formate, weil sie Aufmerksamkeit auf sich ziehen, die statische Bilder nicht erreichen.
Anforderungen an das Video:
- Laenge: 6 bis 45 Sekunden (Amazon empfiehlt 15 bis 30 Sekunden)
- Format: MP4, mindestens 1280x720 Pixel
- Kein Letterboxing, keine schwarzen Balken
- Das Produkt sollte in den ersten 2 Sekunden sichtbar sein
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Kampagne erstellen: Schritt fuer Schritt
Schritt 1: Kampagnentyp waehlen
Oeffne den Campaign Manager in Seller Central unter Werbung > Kampagnenmanager. Klicke auf "Kampagne erstellen" und waehle Sponsored Brands. Amazon fragt dich als Erstes nach dem Format: Product Collection, Store Spotlight oder Video. Fuer deine erste Kampagne empfehlen wir Product Collection -- es ist das einfachste Format und liefert schnell verwertbare Daten.
Schritt 2: Marke und Landingpage festlegen
Waehle die Marke aus, fuer die du werben willst (falls du mehrere registriert hast). Lege dann die Landingpage fest: deinen Brand Store, eine Store-Unterseite oder eine benutzerdefinierte Produktliste. Der Brand Store ist in den meisten Faellen die bessere Wahl, weil er keine Konkurrenzprodukte zeigt.
Schritt 3: Anzeige gestalten
Lade dein Markenlogo hoch (mindestens 400x400 Pixel, PNG oder JPG). Schreibe eine praegnante Ueberschrift mit maximal 50 Zeichen. Vermeide Floskeln wie "Beste Qualitaet" und nutze stattdessen konkrete Aussagen: "Yogamatten aus Naturkautschuk -- Made in Germany" sagt mehr als "Premium Qualitaet fuer Yoga".
Waehle dann bis zu drei Produkte aus, die in der Anzeige erscheinen sollen.
Schritt 4: Targeting einrichten
Du hast zwei Optionen:
Keyword-Targeting: Du bietest auf bestimmte Suchbegriffe. Beginne mit Keywords, die bereits in deinen Sponsored-Products-Kampagnen gut konvertieren. Nutze eine Mischung aus Broad Match (groessere Reichweite) und Exact Match (hoehere Relevanz).
Produkt-Targeting: Du bietest darauf, dass deine Anzeige auf bestimmten Produktseiten oder in bestimmten Kategorien erscheint. Sinnvoll, wenn du direkt gegen bekannte Konkurrenten antreten willst.
Schritt 5: Budget und Gebote festlegen
Setze ein Tagesbudget fest. Fuer den Start empfehlen wir 15 bis 25 EUR pro Tag. Bei den Geboten startest du am besten mit dem von Amazon vorgeschlagenen Gebot und passt nach 7 bis 14 Tagen basierend auf den Daten an.
Schritt 6: Kampagne starten und ueberwachen
Reiche die Kampagne zur Ueberpruefung ein. Amazon prueft Anzeigen in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden. Nach der Freigabe beginnt die Ausspielung. Gib der Kampagne mindestens 2 Wochen Zeit, bevor du wesentliche Aenderungen vornimmst.
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Sponsored Brands vs Sponsored Products
| Kriterium | Sponsored Products | Sponsored Brands |
|---|---|---|
| Ziel | Einzelprodukt-Verkaeufe | Markenbekanntheit + Sortiment |
| Anzeigenposition | In Suchergebnissen & Produktseiten | Oberhalb, innerhalb, unterhalb der Suche |
| Brand Registry noetig | Nein | Ja |
| Landingpage | Produktseite | Brand Store, Store-Unterseite, Produktliste |
| Formate | Einzelnes Produktbild | Product Collection, Store Spotlight, Video |
| Logo in Anzeige | Nein | Ja |
| Kosten pro Klick (typisch) | 0,30 - 1,20 EUR | 0,50 - 2,00 EUR |
| Conversion Rate (typisch) | 8 - 15 % | 4 - 10 % |
| Ideal fuer | Direkten Abverkauf, Launch | Markenaufbau, Cross-Selling |
Sponsored Products und Sponsored Brands schliessen sich nicht gegenseitig aus. Im Gegenteil: Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du beide Formate kombinierst. Sponsored Brands schaffen Markenbekanntheit und leiten Traffic auf deinen Store. Sponsored Products fangen kaufbereite Kunden ab, die bereits nach einem bestimmten Produkt suchen.
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Best Practices fuer Sponsored Brands
Teste alle drei Formate
Erstelle fuer dasselbe Keyword-Set jeweils eine Product-Collection-, eine Store-Spotlight- und eine Video-Kampagne. Lass alle drei mindestens 14 Tage laufen und vergleiche dann ACoS, CTR und Conversion Rate. Die Ergebnisse variieren stark je nach Kategorie und Produkt -- was bei Kuechengeraeten funktioniert, kann bei Sportbekleidung voellig anders aussehen.
Nutze deinen Brand Store als Landingpage
Verlinke Product-Collection-Anzeigen nach Moeglichkeit auf deinen Brand Store statt auf eine Produktliste. Kunden, die ueber deinen Store kaufen, haben keinen direkten Vergleich mit Konkurrenzprodukten. Das steigert die Conversion Rate und senkt die Absprungquote.
Ueberschriften mit konkretem Mehrwert
Deine Ueberschrift hat maximal 50 Zeichen. Nutze sie fuer einen konkreten Vorteil, nicht fuer generisches Marketing. "3 Jahre Garantie -- kostenloser Versand" funktioniert besser als "Entdecke unsere Kollektion".
Negativ-Keywords von Anfang an
Uebernimm die Negativ-Keywords aus deinen Sponsored-Products-Kampagnen. Wenn du weisst, dass "kostenlos" oder "gebraucht" nicht konvertieren, schliesst du diese Begriffe sofort aus.
Separate Budgets fuer Brand und Generic Keywords
Erstelle getrennte Kampagnen fuer deine Markenbegriffe (dein Markenname + Varianten) und fuer generische Keywords (Produktkategorie-Begriffe). Markenbegriffe haben in der Regel einen deutlich niedrigeren ACoS, weil der Kunde dich bereits kennt. Generische Keywords kosten mehr pro Klick, bringen aber neue Kunden.
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Sponsored Brands und Repricing: Warum die BuyBox entscheidend ist
Hier wird es fuer viele Seller ueberraschend: Du investierst in Sponsored Brands, zahlst fuer Klicks, leitest Kunden auf deinen Brand Store oder dein Produkt -- und dann kauft der Kunde bei einem anderen Anbieter auf demselben Listing. Wie kann das passieren?
Die Antwort ist die BuyBox. Wenn ein Kunde auf dein Produkt klickt und ein anderer Seller die BuyBox haelt, geht der Kauf an diesen Seller. Du hast den Klick bezahlt, aber nichts verkauft. Das ist die teuerste Form von verschwendetem Werbebudget.
Genau deshalb gehoeren Sponsored Brands und Repricing zusammen. Dein Repricer stellt sicher, dass du die BuyBox haeltst, wenn der durch Werbung generierte Traffic auf deinem Listing ankommt.
Wie du das in der Praxis umsetzt:
Bevor du eine Sponsored-Brands-Kampagne startest, pruefe deinen BuyBox-Anteil fuer die beworbenen Produkte. Liegt er unter 70 %, solltest du zuerst deinen Repricer optimieren. Setze einen Min-Preis, der deine Marge schuetzt, und einen Max-Preis, der konkurrenzfaehig bleibt. Der Repricer uebernimmt die dynamische Anpassung -- du konzentrierst dich auf die Kampagnenoptimierung.
> Dein naechster Schritt: Pruefe deinen BuyBox-Anteil fuer deine Top-Produkte. Liegt er ueber 80 %, bist du bereit fuer Sponsored Brands. Liegt er darunter, optimiere zuerst dein Repricing. arbytrage.io kostenlos testen
Fuer eine ausfuehrliche Einfuehrung in Amazon PPC lies unseren PPC-Guide fuer Einsteiger.
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Haeufig gestellte Fragen
Was kosten Sponsored Brands?
Es gibt keine festen Kosten. Du zahlst pro Klick (CPC). Der tatsaechliche CPC haengt von der Konkurrenz auf dem Keyword ab und liegt typischerweise zwischen 0,50 und 2,00 EUR. Du legst ein Tagesbudget fest, das nie ueberschritten wird. Zusaetzliche Gebuehren ueber den CPC hinaus gibt es nicht.
Kann ich Sponsored Brands ohne Brand Store schalten?
Ja, technisch kannst du Sponsored Brands auch ohne Brand Store nutzen, indem du auf eine Produktliste verlinkst. In der Praxis ist das aber selten sinnvoll, weil die Produktliste Konkurrenzprodukte anzeigen kann. Ein Brand Store ist schnell erstellt und kostenlos.
Wie lange dauert die Ueberpruefung meiner Anzeige?
Amazon prueft Sponsored-Brands-Anzeigen in der Regel innerhalb von 24 bis 72 Stunden. Videos koennen etwas laenger dauern, insbesondere wenn Amazon Aenderungen an Text oder Darstellung verlangt. Haeufigste Ablehnungsgruende sind markenrechtliche Probleme in der Ueberschrift und technische Maengel beim Video.
Lohnen sich Sponsored Brands fuer kleine Seller?
Ja, wenn du eine registrierte Marke hast und mindestens 3 bis 5 Produkte im Sortiment fuehrst. Der hoehere CPC im Vergleich zu Sponsored Products wird durch die bessere Markenwahrnehmung und den langfristigen Effekt auf die Kundenbindung ausgeglichen. Starte mit einem kleinen Budget von 10 bis 15 EUR pro Tag und skaliere basierend auf den Ergebnissen.
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