Was sind Sponsored Display Ads?
Sponsored Display Ads sind Banneranzeigen, die Amazon sowohl auf der eigenen Plattform als auch auf externen Websites ausspielt. Im Gegensatz zu Sponsored Products (die in Suchergebnissen erscheinen) und Sponsored Brands (die am oberen Rand der Suchergebnisse erscheinen) sind Sponsored Display Ads nicht an eine Suchanfrage gebunden.
Das bedeutet: Deine Anzeige wird Kunden gezeigt, die ein bestimmtes Verhalten zeigen oder ein bestimmtes Profil haben -- unabhaengig davon, ob sie gerade aktiv nach deinem Produkt suchen.
Die drei wichtigsten Unterschiede zu anderen Ad-Formaten
1. Kein Keyword-Targeting. Sponsored Display arbeitet nicht mit Keywords. Stattdessen nutzt du Produkt-Targeting, Audience-Targeting oder Remarketing.
2. Platzierung ausserhalb von Amazon. Sponsored Display ist das einzige Amazon-Werbeformat, das Anzeigen auf externen Websites und Apps ausspielt -- ueberall dort, wo Amazon seine Werbetechnologie einbindet.
3. Retargeting-Faehigkeit. Du kannst Kunden ansprechen, die dein Produkt oder aehnliche Produkte bereits angesehen haben. Das ist mit Sponsored Products oder Sponsored Brands nicht moeglich.
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Voraussetzungen: Wer kann Sponsored Display nutzen?
Die Zugangsvoraussetzungen fuer Sponsored Display haben sich in den letzten Jahren gelockert:
- Professional Seller Account: Du brauchst den professionellen Verkaeuferplan (39,99 Euro/Monat). Der individuelle Plan reicht nicht.
- Brand Registry ODER erweiterter Zugang: Fuer die meisten Targeting-Optionen brauchst du eine bei Amazon registrierte Marke. Allerdings hat Amazon den Zugang fuer bestimmte Targeting-Typen (insbesondere Product Targeting) auch fuer Seller ohne Brand Registry geoeffnet. Pruefe in deiner Seller Central, welche Optionen dir zur Verfuegung stehen.
- Aktive Listings: Dein Produkt muss aktiv gelistet sein und die BuyBox halten, damit die Anzeige ausgespielt wird. Ohne BuyBox wird dein Sponsored Display Ad pausiert.
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Die 3 Targeting-Optionen im Detail
1. Product Targeting (Produkt-Targeting)
Du wahlst spezifische ASINs oder Produktkategorien aus, auf denen deine Anzeige erscheinen soll. Deine Anzeige wird dann auf den Produktseiten dieser ASINs angezeigt.
Wofuer einsetzen:
- Konkurrenz-Targeting: Zeige deine Anzeige auf den Produktseiten deiner direkten Konkurrenten. Wenn ein Kunde das Produkt eines Mitbewerbers ansieht, sieht er gleichzeitig dein Angebot.
- Cross-Selling: Bewirb zugehoeriges Zubehoer auf den Produktseiten des Hauptprodukts. Verkaufst du Handyhuellen? Schalte Anzeigen auf den Produktseiten der passenden Smartphones.
- Kategorie-Targeting: Statt einzelner ASINs waehlst du eine gesamte Kategorie. Das erhoeht die Reichweite, reduziert aber die Praezision.
2. Audience Targeting (Zielgruppen-Targeting)
Amazon hat ueber die Jahre riesige Datenmengen ueber das Kaufverhalten seiner Kunden gesammelt. Mit Audience Targeting kannst du diese Daten nutzen, um spezifische Kundengruppen anzusprechen.
Verfuegbare Audience-Typen:
- In-Market Audiences: Kunden, die aktiv nach Produkten in einer bestimmten Kategorie suchen. Beispiel: "In-Market fuer Kopfhoerer" erreicht Kunden, die in den letzten 30 Tagen Kopfhoerer-Seiten angesehen oder Kopfhoerer-Keywords gesucht haben.
- Lifestyle Audiences: Kunden, deren Kaufverhalten bestimmte Interessen und Lebensstile widerspiegelt. Beispiel: "Fitness-Enthusiasten" oder "Technik-Fruehadopter."
- Lookalike Audiences: Kunden, die deinen bestehenden Kaeufern aehneln. Amazon analysiert dein Kaeufer-Profil und findet Nutzer mit aehnlichem Verhalten.
3. Remarketing (Retargeting)
Die maechtigste Funktion von Sponsored Display. Remarketing spricht Kunden an, die bereits mit deinem Produkt oder deiner Kategorie interagiert haben.
Zwei Remarketing-Strategien:
- Views Remarketing: Erreicht Kunden, die dein Produkt in den letzten 30 Tagen angesehen, aber nicht gekauft haben. Das ist klassisches Retargeting: Du erinnerst potenzielle Kaeufer an dein Produkt.
- Purchases Remarketing: Erreicht Kunden, die dein Produkt (oder aehnliche Produkte) bereits gekauft haben. Ideal fuer Nachkaufprodukte (Ersatzteile, Verbrauchsmaterial, Zubehoer).
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Wo erscheinen Sponsored Display Ads?
Das ist einer der groessten Vorteile dieses Formats: die breite Platzierung.
Auf Amazon
- Produktseiten: Unter dem BuyBox-Bereich, im Abschnitt "Gesponserte Produkte zu diesem Artikel" oder in der rechten Seitenleiste.
- Suchergebnisseiten: Als Banneranzeige zwischen den organischen Suchergebnissen.
- Amazon-Startseite: Personalisierte Empfehlungen auf der Startseite.
- Einkaufswagen-Seite: Anzeigen auf der Warenkorb-Seite (hohe Kaufbereitschaft).
Ausserhalb von Amazon
- Externe Websites und Apps: Ueberall dort, wo Amazons Demand-Side-Platform (DSP) Werbeplatzierungen hat. Das umfasst Nachrichtenseiten, Blogs, Apps und andere Publisher im Amazon-Netzwerk.
- Twitch: Amazons Streaming-Plattform zeigt Sponsored Display Ads waehrend Livestreams und auf Kanalseiten.
- IMDb: Filmseiten und Streaming-Empfehlungen auf der Amazon-Tochter.
Die externen Platzierungen machen Sponsored Display einzigartig. Kein anderes Amazon-Ad-Format kann Kunden ausserhalb der Amazon-Plattform erreichen -- zumindest nicht ohne den wesentlich teureren und komplexeren Zugang ueber Amazon DSP.
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Kosten: Was Sponsored Display Ads kosten
Sponsored Display bietet zwei Abrechnungsmodelle:
CPC (Cost per Click)
Du zahlst nur, wenn jemand auf deine Anzeige klickt. Typische CPCs fuer Sponsored Display liegen bei 0,30 bis 1,00 Euro, abhaengig von Kategorie und Wettbewerb. Das ist in der Regel guenstiger als Sponsored Products (wo CPCs in umkaempften Kategorien schnell ueber 1,50 Euro steigen).
vCPM (Viewable Cost per Mille)
Du zahlst pro 1.000 sichtbaren Impressionen, unabhaengig davon, ob jemand klickt. Dieses Modell ist vor allem fuer Markenbekanntheit (Brand Awareness) geeignet. Typische vCPM-Werte liegen bei 3 bis 8 Euro pro 1.000 Impressionen.
Welches Modell waehlen?
- CPC fuer Performance-Kampagnen, bei denen du Verkauefe generieren willst.
- vCPM fuer Awareness-Kampagnen, bei denen Sichtbarkeit das Ziel ist (z.B. Produktlaunch, saisonale Kampagnen).
Budget-Empfehlung fuer den Einstieg
Starte mit einem Tagesbudget von 10 bis 20 Euro und teste verschiedene Targeting-Optionen. Nach 2 Wochen hast du genuegend Daten, um die profitablen Kampagnen zu skalieren und die unprofitablen zu pausieren.
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Wann Sponsored Display einsetzen: Die 4 besten Szenarien
1. Retargeting: Verlorene Kaeufer zurueckholen
Ein Kunde hat dein Produkt angesehen, aber nicht gekauft. Vielleicht war er abgelenkt, hat verglichen oder wollte spaeter kaufen. Views Remarketing zeigt ihm dein Produkt erneut -- auf Amazon und auf externen Websites. Die Conversion Rate von Retargeting-Kampagnen liegt typischerweise 2 bis 3 Mal hoeher als bei kaltem Traffic.
2. Cross-Selling: Ergaenzende Produkte verkaufen
Du verkaufst einen Wasserfilter und eine Filterkanne. Schalte eine Sponsored Display Ad fuer den Filter auf der Produktseite der Kanne. Kunden, die die Kanne kaufen, brauchen regelmaessig neue Filter. Product Targeting macht das moeglich.
3. Konkurrenz-Targeting: Kunden von der Konkurrenz abwerben
Dein Produkt ist besser oder guenstiger als das des Mitbewerbers? Zeige deine Anzeige direkt auf dessen Produktseite. Der Kunde sieht dein Angebot als Alternative und klickt sich zu deinem Listing. Diese Strategie ist aggressiv, aber effektiv -- besonders wenn du einen Preisvorteil hast.
4. Marktplatz-Expansion: Neue Kundengruppen erreichen
In-Market und Lifestyle Audiences erlauben dir, Kundengruppen anzusprechen, die du mit Sponsored Products nie erreichen wuerdest. Ein Beispiel: Du verkaufst hochwertige Kuechengeraete. Mit Lifestyle Audience "Hobbykoechin" erreichst du Kunden, die regelmaessig Kochzubehoer kaufen, auch wenn sie gerade nicht aktiv nach deinem Produkt suchen.
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Sponsored Display und Repricing: Warum beides zusammengehoert
Hier wird es fuer Amazon-Seller besonders relevant: Sponsored Display Ads treiben Traffic auf dein Listing. Aber wenn du die BuyBox nicht hast, verpufft dieser Traffic komplett.
Das Problem
Du investierst 500 Euro in eine Sponsored Display Kampagne. Die Anzeige wird 50.000 Mal angezeigt, 300 Kunden klicken. Aber in dem Moment, in dem sie auf deiner Produktseite landen, hat ein anderer Seller die BuyBox. Der Kunde kauft beim Konkurrenten -- mit deinem Werbegeld.
Die Loesung
Ein Repricer stellt sicher, dass dein Preis zu jedem Zeitpunkt wettbewerbsfaehig ist und du die BuyBox haeltst. Wenn du Geld fuer Werbung ausgibst, ist ein Repricer nicht optional -- er ist eine Grundvoraussetzung dafuer, dass deine Werbeinvestition nicht verschwendet wird.
arbytrage.io ueberwacht deine Preise rund um die Uhr und passt sie automatisch an, damit du die BuyBox haeltst. Fuer 40 Euro im Monat bekommst du die Sicherheit, dass dein Werbebudget tatsaechlich bei deinen Verkaufen ankommt. Lies mehr dazu in unserem BuyBox-Guide.
Die optimale Kombination
- Repricer einrichten: Stelle sicher, dass du die BuyBox haeltst.
- Sponsored Display starten: Treibe zusaetzlichen Traffic auf dein Listing.
- ACoS ueberwachen: Pruefe regelmaessig, ob die Werbekosten im Verhaeltnis zu den zusaetzlichen Verkaufen stehen. Tipps dazu in unserem ACoS-Guide.
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Haeufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Sponsored Display und Amazon DSP?
Amazon DSP (Demand-Side Platform) ist das Enterprise-Werbeprodukt von Amazon. Es bietet aehnliche Funktionen wie Sponsored Display (Retargeting, Audiences, Off-Amazon Placements), aber mit deutlich mehr Kontrolle, mehr Targeting-Optionen und hoeheren Mindestbudgets (typisch ab 10.000 Euro pro Monat). Sponsored Display ist die zugaenglichere, einfachere Version fuer Seller, die keine Agentur beauftragen und kein fuenfstelliges Monatsbudget investieren wollen.
Funktioniert Sponsored Display auch ohne Brand Registry?
Teilweise. Amazon hat Product Targeting fuer einige Seller auch ohne Brand Registry freigeschaltet. Audience Targeting und Remarketing erfordern in den meisten Faellen Brand Registry. Pruefe in deiner Seller Central unter "Werbekampagnen erstellen", welche Optionen dir zur Verfuegung stehen.
Wie messe ich den Erfolg von Sponsored Display?
Amazon stellt Metriken wie Impressionen, Klicks, CTR (Click-Through-Rate), Conversions, ACoS und ROAS (Return on Ad Spend) bereit. Fuer Awareness-Kampagnen (vCPM) sind Impressionen und CTR die wichtigsten Kennzahlen. Fuer Performance-Kampagnen (CPC) sind ACoS und ROAS entscheidend.
Kann ich Sponsored Display und Sponsored Products gleichzeitig laufen lassen?
Ja, und das ist sogar empfehlenswert. Sponsored Products fangt die aktive Suchnachfrage ab (Kunden, die nach deinem Produkt suchen). Sponsored Display ergaenzt das durch Retargeting, Cross-Selling und Awareness. Die beiden Formate konkurrieren nicht miteinander, sondern ergaenzen sich.
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Fazit
Sponsored Display Ads sind das am staerksten unterschaetzte Werbeformat auf Amazon. Waehrend die meisten Seller sich auf Sponsored Products konzentrieren, bietet Sponsored Display etwas, das kein anderes Format kann: Retargeting, Audience Targeting und Werbung ausserhalb von Amazon. Besonders das Retargeting -- also das erneute Ansprechen von Kunden, die dein Produkt bereits angesehen haben -- ist eine der effektivsten Strategien, um Conversion Rates zu steigern.
Aber Werbung ohne BuyBox ist verschwendetes Geld. Stelle sicher, dass dein Preis wettbewerbsfaehig ist, bevor du in Sponsored Display investierst. Starte mit arbytrage.io und sichere dir die BuyBox, bevor du den Werbe-Hahn aufdrehst. 14 Tage kostenlos testen -- ohne Kreditkarte.