1. Einzelanbieter vs. Professionell: Die richtige Wahl
Amazon bietet zwei Kontotypen an. Die Entscheidung triffst du direkt bei der Registrierung — ein späteres Upgrade ist aber jederzeit möglich.
| Merkmal | Einzelanbieter | Professionell |
|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | 0 EUR | 39 EUR (zzgl. MwSt.) |
| Gebühr pro Verkauf | 0,99 EUR pro Artikel | 0 EUR |
| Break-even | Unter 40 Verkäufe/Monat | Ab 40 Verkäufe/Monat |
| BuyBox-Berechtigung | Nein | Ja |
| Amazon PPC Werbung | Nein | Ja |
| Erweiterte Berichte | Nein | Ja |
| API-Zugang | Nein | Ja |
| Repricing-Tools nutzbar | Nein (kein API-Zugang) | Ja |
| Eigene Versandkosten | Festgelegt von Amazon | Frei wählbar |
| Batch-Upload (Feeds) | Nein | Ja |
| Kategoriefreischaltung | Eingeschränkt | Alle Kategorien beantragbar |
Kurz gesagt: Der Einzelanbieter-Tarif eignet sich zum Ausprobieren. Wer ernsthaft verkaufen will — ob Arbitrage, Wholesale oder Private Label — braucht den Professionell-Tarif. Ohne ihn hast du keinen Zugang zur BuyBox, kannst keine Werbung schalten und kein Repricing-Tool anbinden.
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2. Was du VOR der Registrierung brauchst
Bevor du sellercentral.amazon.de öffnest, lege dir alle Unterlagen bereit. Amazon fragt alles in einem Durchgang ab, und ein Abbruch mitten im Prozess kann zu Problemen führen.
Checkliste:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass — Vorder- und Rückseite. Muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Führerschein wird nicht akzeptiert.
- Kontoauszug oder Kreditkartenabrechnung — Nicht älter als 90 Tage. Muss deinen vollständigen Namen und deine aktuelle Adresse zeigen. PDF vom Online-Banking reicht aus, Screenshots nicht.
- Kreditkarte — International belastbar (Visa, Mastercard, American Express). Amazon zieht die monatliche Grundgebühr und etwaige Werbekosten hier ab.
- Bankverbindung (IBAN) — Auf dieses Konto überweist Amazon deine Verkaufserlöse. Muss nicht dieselbe Bank wie die Kreditkarte sein.
- Telefonnummer — Für den Verifizierungscode per SMS oder Anruf. Am besten eine Mobilnummer, die du immer griffbereit hast.
- Gewerbeschein (falls vorhanden) — Keine zwingende Voraussetzung bei der Registrierung, aber Amazon fragt nach deiner Rechtsform. Wenn du ein Gewerbe hast, halte den Schein bereit.
- Steuernummer oder USt-IdNr. — Wird im Laufe der Registrierung oder kurz danach abgefragt. Für den Amazon VAT Services-Bereich relevant.
Tipp: Scanne oder fotografiere alle Dokumente vorher und speichere sie in einem Ordner auf deinem Rechner. So kannst du sie bei der Registrierung schnell hochladen, ohne den Prozess unterbrechen zu müssen.
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3. Schritt-für-Schritt: Amazon Verkäuferkonto erstellen
Schritt 1: sellercentral.amazon.de aufrufen
Gehe zu sellercentral.amazon.de und klicke auf "Registrieren". Du landest auf der Übersichtsseite, die dir die beiden Kontotypen (Einzelanbieter und Professionell) vorstellt. Wähle deinen Tarif.
Wichtig: Nutze nicht die normale amazon.de-Seite. Die Seller-Central-Registrierung ist ein eigenständiger Prozess. Wenn du bereits ein Amazon-Kundenkonto hast, kannst du dieses im nächsten Schritt verknüpfen.
Schritt 2: Amazon-Konto wählen oder neu erstellen
Amazon fragt dich, ob du ein bestehendes Amazon-Konto verwenden oder ein neues erstellen möchtest.
- Bestehendes Konto: Du meldest dich mit deiner Amazon-Kunden-E-Mail-Adresse an. Dein Verkäuferkonto wird dann mit deinem Kundenkonto verknüpft. Das ist der schnellere Weg.
- Neues Konto: Du legst eine neue E-Mail-Adresse fest und erstellst ein separates Konto. Manche Seller bevorzugen das, um Privat und Geschäft zu trennen.
Unabhängig von deiner Wahl: Verwende eine E-Mail-Adresse, auf die du dauerhaft Zugriff hast. Alle wichtigen Amazon-Benachrichtigungen (Bestellungen, Policy-Änderungen, Performance-Warnungen) gehen an diese Adresse.
Schritt 3: Unternehmensstandort und Rechtsform
Amazon fragt nach:
- In welchem Land befindet sich dein Unternehmen? — Wähle "Deutschland".
- Rechtsform — Einzelunternehmer, GbR, UG, GmbH, etc. Als Einzelunternehmer wählst du "Keine, ich bin eine Einzelperson".
- Vollständiger Name — Muss exakt mit deinem Ausweisdokument übereinstimmen.
Wenn du eine Gesellschaft (UG, GmbH) hast, brauchst du zusätzlich die Handelsregisternummer. Die Angabe muss zum Handelsregisterauszug passen.
Schritt 4: Persönliche Daten und Identitätsprüfung
Hier gibst du ein:
- Vollständiger Name (wie im Ausweis)
- Geburtsdatum
- Ausweisart (Personalausweis oder Reisepass) und Ausweisnummer
- Wohnadresse
- Telefonnummer — Amazon schickt dir einen Verifizierungscode per SMS oder Sprachanruf. Gib diesen Code sofort ein.
Danach lädst du dein Ausweisdokument (Vorder- und Rückseite) und deinen Kontoauszug hoch. Die Dateien müssen gut lesbar sein — verwackelte Handyfotos sind der häufigste Grund für eine Ablehnung.
Schritt 5: Zahlungsmethode und Bankverbindung
Zwei Eingaben sind nötig:
- Kreditkarte: Amazon belastet hier die monatliche Gebühr (39 EUR bei Professionell) und etwaige PPC-Werbekosten. Prepaid-Karten funktionieren in der Regel nicht.
- Bankverbindung (IBAN): Dein Auszahlungskonto. Amazon überweist deine Erlöse alle 14 Tage auf dieses Konto. Stelle sicher, dass der Kontoinhaber mit dem Verkäuferkonto übereinstimmt.
Schritt 6: Shop-Name und Marketplace wählen
- Shop-Name: Das ist der Name, der auf deinen Angeboten als Verkäufername erscheint. Wähle etwas Seriöses. Du kannst den Namen später in den Einstellungen ändern, aber der erste Eindruck zählt.
- Marketplace: Bei der Registrierung über sellercentral.amazon.de bist du automatisch für Amazon.de registriert. Weitere europäische Marktplätze (FR, IT, ES, NL, PL, SE, BE) kannst du anschließend in den Kontoeinstellungen freischalten — ohne zusätzliche Gebühren.
Außerdem fragt Amazon, ob du bereits UPC/EAN-Codes für deine Produkte hast und ob du der Hersteller oder Markeninhaber bist. Für Arbitrage und Wholesale beantwortest du beide Fragen mit "Nein".
Schritt 7: Verifizierung (Video-Call oder Postkarte)
Der letzte Schritt ist die Identitätsverifizierung. Amazon nutzt hier zwei Verfahren:
- Video-Call: Du buchst einen Termin (meist innerhalb von 2–5 Tagen verfügbar). Ein Amazon-Mitarbeiter prüft per Videoanruf deinen Ausweis und dein Gesicht. Halte dein Originaldokument bereit, keinen Scan. Das Gespräch dauert etwa 5 Minuten.
- Postkarte: Amazon schickt eine Postkarte mit einem Verifizierungscode an deine registrierte Adresse. Dauer: 5–10 Werktage. Du gibst den Code in Seller Central ein.
In den meisten Fällen bietet Amazon den Video-Call an. Dieser ist deutlich schneller und die Erfolgsquote ist höher als bei der Postkartenmethode.
Nach erfolgreicher Verifizierung ist dein Amazon Seller Konto aktiv. Das kann zwischen 24 Stunden und 2 Wochen dauern — je nachdem, ob Amazon Rückfragen hat.
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4. Häufige Fehler bei der Registrierung — und wie du sie vermeidest
Fehler 1: Name weicht vom Ausweis ab
Amazon gleicht deinen eingegebenen Namen Zeichen für Zeichen mit dem Ausweisdokument ab. Ein fehlender Zweitname, ein vergessener Bindestrich oder "ß" statt "ss" führt zur Ablehnung. Gib deinen Namen exakt so ein, wie er im Ausweis steht.
Fehler 2: Kontoauszug ist älter als 90 Tage
Amazon akzeptiert nur Dokumente der letzten 90 Tage. Lade deinen Kontoauszug erst am Tag der Registrierung herunter, nicht vorher. Achte darauf, dass es ein vollständiger Kontoauszug ist — kein Umsatzscreenshot und kein Girokonto-Schnappschuss.
Fehler 3: Mehrere Konten erstellen
Amazon erlaubt pro Person und pro Unternehmen genau ein Verkäuferkonto. Wenn du versuchst, ein zweites Konto zu eröffnen (z. B. mit einer anderen E-Mail-Adresse), erkennt Amazon das anhand von IP-Adresse, Kreditkarte, Bankverbindung oder Adresse. Die Folge: Beide Konten werden gesperrt. Keine Ausnahme.
Fehler 4: Prepaid-Kreditkarte verwenden
Amazon benötigt eine echte, international belastbare Kreditkarte. Prepaid-Karten, virtuelle Karten und manche Debitkarten werden abgelehnt. Wenn du keine Kreditkarte hast, beantrage eine, bevor du mit der Registrierung beginnst.
Fehler 5: Verifizierungs-Videocall nicht ernst nehmen
Der Video-Call ist kein Bewerbungsgespräch, aber auch kein Formalakt. Stelle sicher, dass deine Internetverbindung stabil ist, die Kamera funktioniert und du deinen Originalausweis griffbereit hast. Ein gescheiterter Video-Call verzögert die Freischaltung um weitere 1–2 Wochen.
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5. Nach der Registrierung: Die ersten 5 Schritte
Dein Konto ist freigeschaltet. Was jetzt? Hier die wichtigsten Maßnahmen, bevor du dein erstes Produkt verkaufst.
5.1 Versandmethode einrichten (FBA empfohlen)
Gehe in Seller Central zu "Einstellungen" und dann "Versand durch Amazon". Richte dein FBA-Konto ein, damit du Ware an Amazon-Lager schicken kannst. FBA gibt dir Zugang zu Prime-Versand und verbessert deine BuyBox-Chancen erheblich.
5.2 Steuerdaten vervollständigen
Unter "Einstellungen" > "Steuerinformationen" trägst du deine Steuernummer oder USt-IdNr. ein. Für den Verkauf in andere EU-Länder kann der Amazon VAT Services hilfreich sein.
5.3 Erstes Produkt listen
Suche über die ASIN oder EAN nach dem Produkt, das du verkaufen willst, und hänge dich an das bestehende Listing an. Lege deinen Preis fest und wähle FBA oder FBM als Versandoption.
5.4 Preise richtig setzen
Wenn du mehr als eine Handvoll Produkte verkaufst, lohnt sich ein Repricing-Tool vom ersten Tag an. Warum? Weil die BuyBox nicht nur vom Preis abhängt, sondern von der Geschwindigkeit, mit der du auf Preisänderungen reagierst. Manuelle Preisanpassungen reichen bei aktivem Wettbewerb nicht aus.
Eine ausführliche Einführung findest du in unserem Repricer Einsteiger-Guide.
5.5 Gebühren kalkulieren
Bevor du dein erstes Produkt einlagerst, kalkuliere deine tatsächlichen Kosten: Einkaufspreis, Amazon-Referral-Fee, FBA-Gebühren, eventuelle Lagerkosten. Nutze dafür unseren Amazon FBA Gebühren-Rechner.
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6. Einzelanbieter auf Professionell upgraden — wann lohnt es sich?
Wenn du mit dem Einzelanbieter-Tarif gestartet bist, stellt sich irgendwann die Frage: Wann upgraden?
Die Rechnung ist einfach: Bei 0,99 EUR pro Verkauf und 39 EUR Monatsgebühr für den Professionell-Tarif liegt der Break-even bei 40 Verkäufen pro Monat. Ab dem 41. Verkauf sparst du mit dem Professionell-Tarif.
Aber der wahre Grund für das Upgrade ist nicht die Gebührenersparnis. Es sind die Funktionen:
- BuyBox-Berechtigung: Ohne Professionell-Tarif wirst du die BuyBox nicht gewinnen. Und ohne BuyBox machst du auf den meisten Listings keinen Umsatz. Lies dazu unseren BuyBox-Guide.
- API-Zugang: Repricing-Tools wie arbytrage.io brauchen den API-Zugang, um deine Preise automatisch anzupassen. Der Einzelanbieter-Tarif hat keinen API-Zugang.
- Amazon PPC: Sponsored Products, Sponsored Brands — ohne Professionell-Tarif kannst du keine Werbung schalten.
- Erweiterte Berichte: Verkaufsstatistiken, Geschäftsberichte und Bestandsplanung sind nur im Professionell-Tarif verfügbar.
Unsere Empfehlung: Wenn du vor hast, mehr als gelegentlich zu verkaufen, starte direkt mit dem Professionell-Tarif. Die 39 EUR pro Monat holst du mit einem gut platzierten Repricing und BuyBox-Zugang schnell wieder rein.
> Professionell-Tarif aktiviert? Dann richte jetzt Repricing ein. arbytrage.io verbindet sich in 2 Minuten mit deinem Seller-Konto und übernimmt die Preissteuerung auf allen EU-Marktplätzen. Kostenlos starten
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7. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie lange dauert die Freischaltung des Amazon Verkäuferkontos?
Im besten Fall 24–48 Stunden nach erfolgreicher Verifizierung. Wenn Amazon Rückfragen zu deinen Dokumenten hat, können es 1–2 Wochen werden. Der häufigste Verzögerungsgrund: unleserliche Dokumente oder Abweichungen zwischen Ausweis und eingegebenen Daten.
Brauche ich ein Gewerbe, um ein Amazon Seller Konto zu erstellen?
Für die Registrierung bei Amazon: nein. Du kannst dich als Einzelperson registrieren. Aber: Sobald du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufst, brauchst du in Deutschland ein Gewerbe. Die Details dazu findest du in unserem Artikel Bei Amazon als Privatperson verkaufen.
Kann ich mehrere Amazon Verkäuferkonten haben?
Nein. Amazon erlaubt pro Person und pro Unternehmen genau ein Konto. Ausnahmen gibt es nur in seltenen Fällen und nach vorheriger Genehmigung durch Amazon (z. B. für getrennte Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Rechtsformen). Wer ohne Genehmigung ein zweites Konto eröffnet, riskiert die Sperrung beider Konten.
Was kostet ein Amazon Verkäuferkonto?
Der Einzelanbieter-Tarif hat keine Grundgebühr, aber 0,99 EUR Gebühr pro verkauftem Artikel. Der Professionell-Tarif kostet 39 EUR pro Monat (zzgl. MwSt.) ohne Gebühr pro Artikel. Dazu kommen in beiden Fällen Verkaufsgebühren (Referral Fees) von 8–15 % je nach Kategorie. Eine vollständige Kostenaufstellung findest du in unserem FBA Startkapital-Guide.
Kann ich meinen Shop-Namen später ändern?
Ja. Den Shop-Namen kannst du jederzeit in Seller Central unter "Einstellungen" > "Kontoinformationen" ändern. Die Änderung wird innerhalb von 24 Stunden wirksam.
Welche Marktplätze kann ich mit einem europäischen Konto nutzen?
Mit einem einzigen europäischen Seller-Konto hast du Zugang zu allen EU-Marktplätzen: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Polen, Schweden, Belgien. Du aktivierst zusätzliche Marktplätze kostenlos in den Kontoeinstellungen. Für jedes Land brauchst du allerdings eine Repricing-Strategie, da Preise, Gebühren und Wettbewerb sich unterscheiden.
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Zusammenfassung
Ein Amazon Verkäuferkonto zu erstellen dauert 15–30 Minuten, wenn du alle Dokumente bereit hast. Die Verifizierung nimmt zusätzlich 1–14 Tage in Anspruch. Hier die wichtigsten Punkte:
- Der Professionell-Tarif (39 EUR/Monat) ist für jeden Pflicht, der die BuyBox gewinnen, Werbung schalten oder Repricing-Tools nutzen will
- Halte Ausweis, Kontoauszug (unter 90 Tage alt), Kreditkarte und Telefonnummer bereit
- Gib alle Daten exakt wie im Ausweis ein — Abweichungen führen zur Ablehnung
- Erstelle niemals ein zweites Konto
- Richte nach der Freischaltung sofort FBA, Steuerdaten und Repricing ein
Wenn du den gesamten Weg vom Konto bis zum ersten Verkauf in einem Guide lesen willst, empfehlen wir dir unseren Amazon FBA starten 2026 — Komplett-Guide.
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